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Vorurteile

Kieferorthopäden schlagen zu extreme Eingriffe vor.

Wir sind verpflichtet, bei jeder Behandlung so minimalinvasiv wie möglich vorzugehen.

Häufig ist es so, dass Patienten aus ästhetischen Gründen in die Praxis kommen, aber aus medizinischen Gründen behandelt werden. Dabei schlagen wir die schonendste, aber eben auch die zahnmedizinisch notwendige Behandlung vor.

Manche Fehlstellungen lassen sich, gerade wenn das Wachstum abgeschlossen ist, nicht durch eine Bewegung der Zähne beseitigen. Liegt zum Beispiel der Unterkiefer zu weit hinten oder ist er zu klein, kann auch die Zahnbewegungen manchmal kein richtiger Biss hergestellt werden. Bei solchen sogenannten skelettalen Anomalien hilft nur eine Operation. Einen solchen Eingriff schlagen wir aber nur dann vor, wenn er zahnmedizinisch erforderlich ist. Wenn ein Patient sich in so einem Fall gegen eine Operation entscheidet, ist das natürlichen Ordnung. Wir suchen dann mit dem Patienten nach Wegen, wie wir auch ohne Operation ein möglichst gutes Ergebnis erreichen können, auch wenn dabei „Abstriche“ gemacht werden müssen.

Gerade bei solchen Behandlungen ist es aber wichtig, nicht nur auf die Ästhetik, also das Lächeln, zu achten, sondern darauf, dass trotz des eingegangenen Behandlungskompromisses ein funktionell möglichst gutes Ergebnis herauskommt. Das schöne Lächeln ist sozusagen eine – gewünschte – Nebenwirkung.

Quellen zu diesem Vorurteil
  • Graber, T.M., Eliades, T., Athanasiou, A. E.: Risk Management in Orthodontics: Expert’s Guide to Malpractice. Quintessence Publ. Co., Chicago 2004.
  • Jäger, A. (Hrsg.): Kieferorthopädie im 21. Jahrhundert. Thieme, Stuttgart 2013
  • Proffit, W.: Contemporary Orthodontics. Fields, H.W., Larson, B.E., Sarver, D.M. (Eds of 6th Ed.), Elsevier, Amsterdam 2019
  • Melsen, B. (Ed.): Current Controversies in Orthodontics. Quintessence, Chicago 1991.
  • Miethke, R.-R., Drescher, D. (Hrsg.): Kleines Lehrbuch der Angle-Klasse II, 1 unter besonderer Berücksichtigung der Behandlung. Quintessenz, Berlin 1996.
  • https://www.kostenfalle-zahn.de/projekt-kostenfalle-zahn/kieferorthopaedie/wann-zum-kieferorthopaeden-12809

 

Weitere Vorurteile, die wir zurechtrücken:

Beim Kieferorthopäden dauert die Behandlung doch viel zu lange!

Wir müssen uns Zeit nehmen, Ihrer Gesundheit zuliebe. Eine kieferorthopädische Behandlung ist sehr komplex. Das Korrigieren von Zahn- und Kieferfehlstellungen braucht Zeit, damit der Zahnhalteapparat nicht geschädigt wird. Es gibt individuelle Wachstumsschübe, die man nutzen oder bremsen muss. Dafür sind laufende Kontrollen notwendig. Der Körper gibt hier die Geschwindigkeit vor, die Leistung der Zellen des Zahnhalteapparats kann man nicht beschleunigen. > Mehr erfahren

Zahnspangen sind nur etwas für Kinder.

Für das Tragen von kieferorthopädischen Geräten gibt es keine Altersbeschränkung. Eine kieferorthopädische Behandlung kann für die Gesundheit und den Erhalt der eigenen Zähne von Vorteil sein – unabhängig vom Alter. Das heißt auch für Erwachsene kann sich der Aufwand lohnen. Und die Auswahl von kieferorthopädischen Apparaturen für Erwachsene ist groß: Mit Alignern, zahnfarbenen Brackets oder Brackets, die auf der Zungenseite angebracht werden, ist die Behandlung sehr unauffällig. > Mehr erfahren

Mein Kieferorthopäde verkauft mir unnütze Zusatzleistungen, die ich selbst bezahlen soll!

Kieferorthopäden schlagen ausschließlich Zusatzleistungen vor, die sie für sinnvoll halten. Was man als Patient wissen muss: Die Krankenkassen dürfen nur das unbedingt Notwendige über-nehmen. Behandlungsmethoden, die z.B. komfortabler oder unauffälliger sind oder weniger Mitarbeit des Patienten erfordern, sollen die Beiträge nicht belasten. Als Patient haben Sie aber immer selbst die Wahl, welche Zusatzleistungen Sie in Anspruch nehmen. > Mehr erfahren

Aligner sind bei Onlineanbietern viel billiger als beim Kieferorthopäden!

Wenn, wie dies bei manchen Onlineanbietern geschieht, auf eine ausreichende Diagnostik und regelmäßige Behandlungskontrollen verzichtet wird, wird gar nicht geprüft. ob überhaupt eine Behandlung möglich ist und es wird damit der Standard einer kieferorthopädischen Behandlung unterschritten. So können unerwünschte Zahnbewegungen, Zahnlockerungen und Entzündungen nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden.
Außerdem: Beim Kieferorthopäden kann bei geringen Fehlstellungen kann eine Zahnkorrektur beim Kieferorthopäden genauso viel kosten. > Mehr erfahren

Kieferorthopädie ist doch nur Kosmetik!

Die Kieferorthopädie ist ein Fachgebiet der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde mit einer drei-jährigen Weiterbildung und hat die Aufgabe Zahn- oder Kieferfehlstellungen zu beseitigen. Fehlstellungen dieser Art können schädliche Auswirkungen auf den gesamten Körper haben. Natürlich achten wir auch auf die Ästhetik, ein schönes Lächeln ist aber nur die Nebenwirkung eines gut funktionierenden Gebisses. > Mehr erfahren

Bei Onlineanbietern geht die Behandlung viel schneller.

Die Behandlungsdauer wird von den biologischen Eigenschaften, also den Umbauvorgängen der Zahnhaltegewebe festgelegt. Diesen Prozess können auch Onlineanbieter nicht beschleunigen. Die Behandlung von Kiefer- und Zahnfehlstellungen braucht also Zeit, um den Zahnhalteapparat nicht zu schädigen. Onlineanbieter sparen auch oft an der Kontrolle der Behandlung, damit besteht die Gefahr, dass ernsthafte Probleme übersehen werden. Hinzu kommt: Kein Handyfoto ersetzt die Untersuchung durch einen Zahnarzt! Kieferorthopädie ist anspruchsvoller, als nur ein paar Zähne gerade zu rücken. > Mehr erfahren

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